Am Zentrum für Palliativmedizin in Köln werden neue Wege im Umgang mit Sterben und Tod beschritten.
Aus dem 18. Stockwerk des Bettenhauses der Uniklinik Köln betrachtet, wirkt das Mildred-Scheel-Haus wie eine Insel in einem Meer ausBeton. Eine Frau ist zu erkennen, die in einem Sessel auf der Terrasse sitzt. Ihr Zimmer hat wie alle 14 anderen Zimmer einen barrierefreien Ausgang zum Garten im Innenhof. Um die Frau, die sich in eine Decke eingehüllt hat, tollen zwei Kinder. Mal laufen sie zu ihr hin, mal von ihr weg. Aus der Vogelperspektive ist es ein Bild der Harmonie und des Friedens. Doch die scheinbare Unbeschwertheit trügt: Im Erdgeschoss des Mildred-Scheel-Hauses befindet sich die Palliativstation des Uniklinikums. Die jährlich etwa 400 Patienten, die hier aufgenommen werden, wissen, dass sie an einer unheilbaren Krankheit leiden und nicht mehr lange zu leben haben. »Sie kommen nicht zum Sterben«, sagt Oberarzt Klaus Maria Perrar, »aber es versterben auch viele.« 60 Prozent sind es der Statistik zu Folge. Die anderen werden nach durchschnittlich neun Tagen zum Sterben nach Hause oder in ein Hospiz entlassen. Am Universitätsklinikum zu Köln, in dem über 50000 Patienten pro Jahr behandelt werden, wurde 1983 die erste Palliativstation in Deutschland eingerichtet. Als der Bedarf an palliativmedizinischer Versorgung, mit der den todkranken Patienten ein lebenswertes Leben ermöglicht werden soll, mehr und mehr stieg, wurde 1992 auf dem Campus der Uniklink das Mildred-Scheel-Haus erbaut – statt fünf standen nun 15 Betten zur Verfügung. »Uns interessieren nicht die medizinischen Werte, sondern die einzelnen Menschen«, umreißt Perrar das Konzept der Palliativpflege. Der »Beginn des endenden Lebens« sei für alle eine »hohe psychische Herausforderung«, fügt er hinzu –für die Kranken, die Angehörigen und auch für Ärzte und Pflegekräfte...
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