Wie ich den Tod meines Sohnes erlebte und seither versuche, mit Trauer und Untröstlichkeit zu leben, und in meiner grauen Welt das erste Mal wieder Farben aufleuchteten.
An einem grauen Dezembertag stellte ich mit Erstaunen fest, dass es sie noch gibt: die Farben, die meiner Welt abhanden kamen. Sie blitzten kurz auf, um gleich wieder zu verschwinden, aber sie waren da. Das erste Mal nach über zweieinhalb Jahren. Das erste Mal verspürte ich wieder einen Anflug von Glück. Das erste Mal seit dem tragischen Tod meines einzigen Kindes hatte ich das zarte Gefühl, dass ein Weiterleben möglich ist. Und damit meine ich nicht das bloße Funktionieren, das tägliche Sich-durch-den-Tag-quälen. Nein, ich meine das, was sich nach Leben in seiner Gesamtheit anfühlt und was ich im Mai 2012 zusammen mit meinem Kind verlor. Um genauer zu sein: am frühen Morgen des 14. Mai 2012, als der Winter gewaltig und unerbittlich mit einem eisigen Sturm, der jegliches Leben vernichtete, über meine Familie hereinbrach...
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