»Todeswunsch und Lebensmut« – das ist mal wieder eines dieser Themen, bei denen ich erst mal demütig ein paar Stunden in die leere Word-Datei starren muss, bevor sich erste Sätze bilden. Das neue Jahr hat gerade begonnen, die Espresso-Maschine dampft und mir wird beim Blick auf dieses Begriffspaar allzu klar, wie privilegiert ich doch bin. Denn beides – Todeswunsch und Lebensmut – ist abhängig von starkem physischem oder psychischen Leidensdruck, der bei mir (dreimal das niedliche Silvester-Glücksschwein geknutscht) aktuell nicht vorliegt. Ohne solchen Leidensdruck hat man zwar trotzdem den Wunsch zu leben, braucht dafür aber keinen Mut. Wohingegen man zwar manchmal todesmutig sein muss (beispielsweise wenn man sich im Berliner Böllerkrieg zu Silvester vor die Haustür begibt), aber aus der Tatsache, dass man verschusselt hat, ausreichend Knoblauch für die Fonduesößchen einzukaufen, einen Todeswunsch abzuleiten, wäre doch reichlich überinterpretiert...
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