Traditionell glaubten die Chinesen, dass die Seelen der Toten in einer jenseitigen Welt weiter existierten: die Unterwelt und Gräber sind ihr irdischen Wohnsitz. Allein in der 25-Millionen-Metropole Peking sterben jährlich knapp hunderttausend Menschen. Was passiert mit ihnen?
Schon kurz nach Gründung der Volksrepublik 1949 begann eine »Bestattungsreform«, die bis heute andauert. Ihr Ziel: Tausend Jahre alte Bräuche zerschlagen, um eine neue Ära einzuläuten. Die Abwicklung des Todes wird heute noch durch die 1997 verabschiedete »Verordnung zur Bestattungsverwaltung« geregelt. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Kremation vorgeschrieben, was in Städten wie Peking und Shanghai auch weitgehend umgesetzt wird. Im Landesdurchschnitt liegt die Rate aber erst bei 50 Prozent. Die Reform hatte zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Ziele, zu den dauerhaften zählen aber der sparsame Umgang mit Land und anderen Ressourcen – zum Beispiel Holz für Särge – sowie der Kampf gegen »abergläubische Praktiken« im Sinne einer »wissenschaftsbasierten Entwicklung der Gesellschaft«. Neu hinzugekommen ist seit einiger Zeit der Umweltaspekt. Das übliche Verbrennen von Papiergeld und den häufig aus Plastik nachgebildeten Waren werden energisch kritisiert...
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