Kürzlich standen meine Frau und ich vor einer existentiellen Entscheidung. Als Freiberuflerpaar hatten wir uns nie größere Gedanken um unsere Rente gemacht. Staatlicherseits ist da für Leute wie uns ja ohnehin nur die Grundversorgung zu erwarten. Für alle künstlerischen Berufen gilt halt: Produziere, so lange der Geist rege ist, und dann beeile dich mit dem Sterben! Plötzlich aber sahen wir uns durch gewisse Erfolge unverhofft in die Lage versetzt, uns mit der sogenannten Rürup-Rente auseinanderzusetzen. Eigentlich ist das eine feine Sache. Am Ende eines jeden Jahres kann man als Freiberufler dorthin seine finanziellen Überschüsse entsorgen, statt sie einfach dem Finanzminister zu schenken, der damit ja erfahrungsgemäß weder das Internet beschleunigen noch die zunehmenden infrastrukturellen Probleme beheben, sondern ausschließlich seinem absurden Fetisch der »schwarzen Null« huldigen würde. Und dadurch hätte man tatsächlich die Chance, dem Staat im Alter nicht weiter zur Last zu fallen und die letzten Lebensjahre in Würde zu verbringen...
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