Cranachs Jungbrunnen ist ein rechteckiges Becken, zu dem Stufen hinunterführen, zwischen Bergen und Wiesen gelegen. Frauen baden darin. Sie kommen auf steinigen Wegen aus einem unfruchtbaren Bergland, dessen Kargheit sinnbildlich auf die Entbehrungen des Alters hinweist. Hilflos werden sie auf Karren oder Wagen herbeigefahren, auf Tragen oder auf dem Rücken werden sie herbeigeschleppt. Am Beckenrand helfen junge Frauen beim Entkleiden. Ein Doktor wirft noch einen letzten hoffnungslosen Blick auf seine Patientin, ehe diese ins Bad steigt. Als recht unterschiedlich erweisen sich dann die Charaktere. Manche Frauen steigen mutig ins Bad und durchqueren es entschlossen, andere sitzen zögernd am Rand und bedürfen der Überredung oder lassen sich gar hineinziehen. Als hinfällige, greisenhafte Vetteln steigen sie ins Becken. Dort entfaltet sich die zauberhafte Wirkung des Wassers. Wie die Frauen das Becken durchqueren, glätten sich die Runzeln, die graue Haut strafft sich und wird rosig, und rechts am Beckenrand verlassen sie das Bad als mädchenhafte Frauen...
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