Eine Tasse Kaffee in der Stadt oder ein Eis mal eben so ist nicht drin. Geschweige denn ein Geburtstagsgeschenk fürdas Enkelkind oder ein Kinobesuch. Wer im Alter von der Grundsicherung lebt, dessen Gedanken kreisen häufig den ganzen Tag um ein einziges Thema
Nein, zur Tafel will Christel Schmitz nicht gehen. Die Scham, dort womöglich erkannt zu werden und sich damit in ihrer Bedürftigkeit zu outen, ist zu groß. »Lieber esse ich eine Woche lang trocken Brot, wenn es am Ende des Monats für mehr nicht mehr reicht«, sagt sie mit brüchiger Stimme. Den Fleischkonsum hat sie schon lange reduziert. Kostspielige Extras wie ein Eis in der Fußgängerzone oder ein Becher Kaffee »to go« sind nicht vorgesehen – nicht wenn man vom Staat Grundsicherung bekommt und das Geld trotzdem – oder gerade deswegen – kaum reicht. »Zum Sterben ist es zu viel, zum Leben zu wenig«, sagt Schmitz. Trotzdem klingt das nicht bitter. Sie sei dankbar, überhaupt etwas zu bekommen. Nur bloß gestellt werden wolle sie nicht. »Es muss niemand wissen, dass ich arm bin. Das würde alles nur noch schlimmer machen.« Dann wischt sie sich verstohlen ein paar Tränen weg...
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