Die lebenslange Suche nach Gott prägt das Leben der Zisterzienserinnen im Kloster Sankt Marienstern, das Chorgebet strukturiert ihren Tag. Und doch sind die katholischen Ordensfrauen alles andere als weltentrückt. Denn das Kloster ist nicht nur ein geistliches Zentrum, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen.
Versteckt liegt die Klosterpforte neben der Kirche mit der weiß-roten barocken Fassade. Viele sind diese Stufen hochgestiegen, haben unter dem steinernen Wappen gestanden und an die alte Holztür von Sankt Marienstern geklopft: Pilger, Reisende, Händler, Bedürftige. Das Fensterchen der Pforte ist verschlossen, und man erwartet, dass es aufgeht und ein Gesicht hinter den Gitterstäben erscheint. Stattdessen öffnet Pfortenschwester Benedicta, emeritierte Äbtissin, die Tür. Sie bittet ins Empfangszimmer, das mit seinem Kachelofen, dem Klavier und dem schweren Tisch wie ein gutbürgerliches Wohnzimmer aus vergangenen Tagen wirkt. Nur das laute Ticken der Wanduhr unterbricht die Stille. Wenig später eilt Schwester Gabriela in die Stube. Sie habe sich noch um eine betagte Mitschwester kümmern müssen, sagt sie mit Berliner Zungenschlag und hängt schwungvoll ihre Jacke über den Polsterstuhl. ..
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