Zuversichtlich durchs Leben – Vom Sinn der Spiritualität

Titelseite: Zuversichtlich durchs Leben – Vom Sinn der Spiritualität
Ausgabe 2013/03

Inhalt

»Hier will Gott mich haben«

Von Karin Vogelsberg


  • »Kommt einer neu und will das klösterliche Leben beginnen, werde ihm der Eintritt nicht leicht gewährt, sondern man richte sich nach dem Wort des Apostels: ›Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.‹«Aus der Regel des Heiligen Benedikt Foto: Steffen Giersch
  • Foto: Steffen Giersch
  • Schwester Gabriela legte vor mehr als 30 Jahren ihr Gelübde ab.Foto: Steffen Giersch
  • Foto: Steffen Giersch
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  • 765 Jahre BeständigkeitBeständigkeit – »stabilitas loci« – geloben die Zisterzienserinnen: An ihr Kloster binden sie sich ein Leben lang. Und so ist der Konvent von Sankt Marienstern nach jeder Flucht wieder zurückgekehrt in sein Heim in der sächsischen Oberlausitz – nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), nach dem Großen Nordischen Krieg (1700-1721), nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–45). Das Nonnenkloster gehört zu den wenigen Ordenshäusern, die seit ihrer Gründung im Jahr 1248 ohne Unterbrechung Bestand haben. Landwirtschaft, Schaf- und Fischzucht und eine eigene Brauerei machten Sankt Marienstern über viele Jahrhunderte hinweg autark. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit verfügte das Kloster über großen Grundbesitz. Bis ins 19. Jahrhundert gebot die Mariensterner Äbtissin über 60 Dörfer und zwei Städte. Auch in der DDR bestand das Kloster weiter. Seit 1973 werden in Sankt Marienstern behinderte Menschen betreut. Heute muss das Kloster genau wie jedes weltliche Unter­neh­men sehen, dass es wirtschaft­lich über die Runden kommt: Land- und Forstwirtschaft, soziale Tätigkeiten, der Klosterladen, kleine Werkstätten, ein Gästehaus und Fastenkurse sollen den Bestand auch in Zukunft sichern. Foto: Steffen Giersch
  • Foto: Steffen Giersch
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  • Zwischen Mittelalter und Moderne: Seit Jahrhunderten erklingt das Chorgebet in der Klosterkirche. Nur das Chorgestühl ist neu.Foto: Steffen Giersch

Die lebenslange Suche nach Gott prägt das Leben der Zisterzienserinnen im Kloster Sankt Marienstern, das Chorgebet strukturiert ihren Tag. Und doch sind die katholischen Ordensfrauen alles andere als weltentrückt. Denn das Kloster ist nicht nur ein geistliches Zentrum, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen.

Versteckt liegt die Klosterpforte neben der Kirche mit der weiß-roten barocken Fassade. Viele sind diese Stufen hochgestiegen, haben unter dem steinernen Wappen gestanden und an die alte Holztür von Sankt Marienstern geklopft: Pilger, Reisende, Händler, Bedürftige. Das Fensterchen der Pforte ist verschlossen, und man erwartet, dass es aufgeht und ein Gesicht hinter den Gitterstäben erscheint. Stattdessen öffnet Pfortenschwester Benedicta, emeritierte Äbtissin, die Tür. Sie bittet ins Empfangszimmer, das mit seinem Kachelofen, dem Klavier und dem schweren Tisch wie ein gutbürgerliches Wohnzimmer aus ver­gangenen Tagen wirkt. Nur das laute Ticken der Wand­uhr unterbricht die Stille. Wenig später eilt Schwester Gabriela in die Stube. Sie habe sich noch um eine betagte Mitschwester kümmern müssen, sagt sie mit Berliner Zungenschlag und hängt schwungvoll ihre Jacke über den Polsterstuhl. ..

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