Stellen wir uns vor, wir stünden nur mit T-Shirt bekleidet bibbernd im Schneeregen und plötzlich käme ein Fremder und bedeckte uns mit einem wärmenden Mantel – wäre das nicht toll? Die alten Lateiner hatten einen Begriff dafür: »palliare«. Ein schönes Wort, das heutzutage leider einen düsteren Beiklang hat. Schuld daran ist die moderne Medizin. Die hat nicht nur aus dem Verb »palliare« das Adjektiv »palliativ« geschaffen, sie versteht darunter auch – um im Bild zu bleiben – kein freundliches Bemänteln für den erkältungsfreien Weg zurück ins Warme, sondern die bloße Reduktion des Frostempfindens. Wir frieren dann zwar nicht mehr, bleiben aber im Schneeregen stehen, bis wir sterben. Klingt schrecklich? Sicher, aber das liegt nur am gewählten Bild, dass sich an dieser Stelle als reichlich schief erweist. Denn Erfrierende kann man ja einfach irgendwo reinlassen, und alles wird gut. Bei Krebs im Endstadium oder ähnlichem sieht die Sache anders aus...
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