So viele Besucher wie noch nie bei der zehnten Auflage der Messe »Leben und Tod« in Bremen. Im nächsten Jahr auch in Freiburg.
Zwölf Jugendliche sitzen um einen Sarg herum und sprechen über ihre Erfahrungen. Eben noch waren die Schüler für ein ziemlich ungewöhnliches Stationsspiel in der Bremer Messehalle unterwegs. In dessen Mittelpunkt stand eine traurige Geschichte über den nahen Tod eines ausgedachten Menschen. Die Aufgabe der Zehntklässler: Findet heraus, welche Hilfsmöglichkeiten es für ihn gibt. Hospize zum Beispiel, Palliativstationen, Seelsorge. Wer bezahlt das? Welche ehrenamtlichen Angebote gibt es? An wen muss man sich wenden? Lange suchen mussten sie nicht. Denn die Aktionen mit Schulklassen und Jugendgruppen gehörte zum Programm der diesjährigen Messe »Leben und Tod« in Bremen. Dort präsentieren rund 140 Aussteller mit Angeboten rund um das Thema Sterben. Die Ausstellung fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Über fünftausend Besucher kamen – so viele wie noch nie. An den Ständen von Kirchen, Hospizdiensten oder Sozialverbänden fanden die Jugendlichen schnell Ansprechpartner für ihre Fragen. Anschließend sprachen sie mit Betreuern über ihre Gefühle. Zum Schluss malten sie dazu noch ein Bild und legten es auf den Sarg in der Mitte des Raumes. Es ist ein ziemlich ernstes Spiel, das unter anderem katholische und evangelische Gemeinden für das Programm vorbereitet haben. Aber für die langjährige ehrenamtliche Hopizhelferin Britta Lucht ist es mehr als nur ein Spiel. »Es ist gut, dass junge Leute in guten Zeiten an das Thema herangeführt werden«, sagt die Vertreterin des Ehrenamts im Programmbeirat der Bremer Ausstellung. »Wenn sie mal wirklich selbst betroffen sind, dann stecken sie ja selbst zu sehr in ihrer Trauer.« Auch die Projektleiterin der Messe, Meike Wengler, betont: »Der Tod betrifft uns alle und macht vor dem Alter keinen Halt. Gerade junge Menschen fühlen sich in ihrer Trauer oft allein gelassen oder missverstanden.« Junge Menschen und ihre Trauer – das war eines der Themen bei der Ausstellung rund um das Thema Sterben. Zudem präsentierten Bestatter ihre Angebote ebenso wie Kirchen mit ihren Angeboten wie zum Beispiel Buchverlage, Friedhofsgärtner, Goldschmiede oder Versicherungen. In Vorträgen und Workshops, die ebenfalls zum Programm gehören, ging es in diesem Jahr zum Beispiel um den richtigen Umgang mit Patienten in der Palliativversorgung, um Trauerrituale oder die Sterbebegleitung von Menschen mit Behinderung. Ab Oktober 2020 wird das Erfolgskonzept zusätzlich in Freiburg veranstaltet. Das verkündeten Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messe Bremen, und Thomas Arabin, Abteilungsleiter Messe bei der Messe Freiburg. »Das Konzept der LEBEN UND TOD passt zu Freiburg«, sagt Thomas Arabin. »Die Menschen hier haben eine sehr lebensbewusste Einstellung und ein großes Interesse an der Thematik. Zudem sind sich die beiden Standorte in ihrer Struktur und Größe sehr ähnlich. In diesem Kontext macht die Durchführung der Veranstaltung in Freiburg absolut Sinn.«..
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