Als ich ein Kind war, sagte meine Mutter oft: »Ich krieg die Krise!« Sie sagte es, wenn mein Bruder und ich mal wieder irgendeinen Blödsinn angestellt hatten, mein Vater schon zum dritten Mal in einer Woche Überstunden machte oder sie von den Vorbereitungen für eine Familienfeier überfordert war. Kaum war der Satz ausgesprochen, verschwand sie kopfschüttelnd in der Küche, wo sie laut vor sich hin fluchend eine Zigarette nach der anderen rauchte und mit Geschirr klapperte. Wenn sich dann ein oder zwei Stunden später die Küchentür wieder öffnete, war die Krise überwunden. Krisen, so lernte ich, waren zwar etwas unheimlich, aber eigentlich nichts Schlimmes...
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