Hauptsache ausgefallen
Man kann unterschiedlich auf den Verlust eines Menschen reagieren: reflektiert, ernüchtert, ironisch, witzig. Fest steht, dass die Menschen heute bei Bestattungen vor allem Wert auf Individualisierung legen. An Grabsteinen wird deutlich, dass heute auch mit negativen Todesumständen offen umgegangen wird: Suizide, Unglücksfälle, Racheschwüre. Die Lebenswelt der Verstorbenen wird zum zentralen Motiv der »öffentlichen« Darstellung. Dabei richtet sich der Blick immer weniger aufs Jenseits, eher ist die Rückschau auf das Vergangene Thema. Die beiden Soziologen Thorsten Benkel und Matthias Meitzler haben für ihr Projekt »Friedhofssoziologie « über 500 Friedhöfe im deutschsprachigen Raum besucht und ergreifende, humorvolle, überraschende und rätselhafte Gräber und Inschriften gefunden. Die eindrucks vollsten von nahezu 30.000 Fotos präsentieren sie in diesem Buch. Sie zeigen, wie Menschen mit dem Verlust umgehen, wie Beziehungsverhältnisse reflektiert werden, was den Verstorbenen wichtig war, wie ihre Hobbys ihr Lebensende prägten, welche Charakterzüge sie hatten und welche Verdienste ihnen zugeschrieben werden. Und wer würde mit Skiern, Raumschiffen, Skateboards, Handys, Panzern, Aschenbechern, Computermäusen und Comic-Figuren als Grabsteinmotiven rechnen? ..
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