Friedhöfe spiegeln unser Leben.

Titelseite: Friedhöfe spiegeln unser Leben.
Ausgabe 2014/04

Inhalt

Wenn die Fanliebe den Tod überdauert

Von MARKWART HERZOG


  • Nach 70 Jahren wird der legendäre Kreisel-Stürmer Adolf »Ala« Urban von einem Soldatenfriedhof in Russland in Schalker Boden umgebettet.Foto: shuttstock.com
  • In Glasgow wird vor der Statue des langjährigen Spielers und Trainers John Greig am Stadion die Asche treuer Vereinsfans verstreut.Foto: shuttstock.com
  • Foto: shuttstock.com
  • Dr. Markwart Herzog (*1958) ist seit 2009 Direktor der Schwabenakademie Irsee, einer Einrichtung zur Förderung von Bildung, Kunst und Wissenschaft. Herzog hat Philosophie, Theologie und Kommunikationswissenschaften studiert und in Religionsphilosophie mit einer Arbeit über die philosophischen Deutungen der Höllenfahrt Jesu Christi in der Frühen Neuzeit (ausgezeichnet mit dem »Richard-Schaefer-Preis« 1997) promoviert. Als passionierter Anhänger des 1. FC Kaiserslautern, unter anderem als Mitglied der Redaktion des Stadionmagazins des 1. FC Kaiserslautern, interessiert er sich schon seit längerer Zeit für sportbezogene und sepulkrale Phänomene. Hierzu hat er bereits eine Reihe Publikationen vorgelegt und im vorigen Jahr das Buch »Memorialkultur im Fußballsport. Medien, Rituale und Praktiken des Erinnerns, Gedenkens und Vergessens« herausgegeben. Foto: privat

Manche Fußballanhänger wollen auch nach ihrem Tod mit ihrem Verein verbunden bleiben – durch Ascheverstreuung im Stadion oder die Beerdigung auf einem eigens angelegten Friedhof.

Seit der Jahrtausendwende ist die Beziehung der Fußballanhänger zu ihren Clubs von einer zunehmenden Emotionalisierung geprägt. Bekenntnisse und Selbstbeschreibungen wie »life-long fan«, »fan forever« oder »always loyal and true« lassen sich häu g auf den Webseiten von Fußballfans Finden. In solchen Formeln drückt sich eine Verbundenheit zum jeweiligen Fußballklub aus, die den gesamten Lebenslauf umfasst. Dabei werden häufig Formulierungen verwendet, die sich religiöser Begriffe bedienen. Bis in die 1980er-Jahre war es undenkbar, dass fußballbegeisterte Väter den Nachwuchs mit Baby-Stramplern in den Farben und mit den Logos ihrer Vereine einkleiden. Und der Wunsch, das Bekenntnis zu einem Fußballklub in der Bestattung gespiegelt zu sehen, ist ein in der Kulturgeschichte des Vereinsfußballs junges Phänomen, das auch die ersten Fan-Nekropolen hervorgebracht hat. 1996 und 2006 wurden dazu zwei Meilensteine gesetzt, einer in Kontinentaleuropa, der andere in Südamerika. Zu einem echten Medienliebling avancierte zunächst das Ajax-Aschestreufeld auf dem Friedhof Westgaarde in Amsterdam. Die Grasnarbe stammt von der vereinseigenen Sportplatzanlage De Meer des Fußballklubs Ajax Amsterdam, so benannt nach dem Stadtteil Watergraafsmeer, in dem das Stadion bis zu seinem Abriss im Jahr 1996 lag...

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