Wenn Kinder in der Schule »verhaltensauffällig« werden oder Jugendliche Scheiben einschlagen, Raufhändel anzetteln und sich sonst gewalttätig zeigen, wird schnell nach Maßnahmen zum Gewaltabbau »der Jugend« gerufen. Das ist jedoch ein sehr einseitiges, meist medial verzerrtes Bild. Gewalt wird als Aktivität oder Eigenschaft der Jugend gesehen, die Gewalt, die gegenüber Jugendlichen ausgeübt wird, wird hingegen ausgeblendet. Andere Gewaltformen, die sich zum Beispiel aus Armut oder Ungerechtigkeiten ergeben, oder die massenmediale »Gewalt als Unterhaltung« werden überhaupt nicht registriert. Die verschiedenen Formen der Gewalt werden nicht in ihrem Zusammenhang gesehen. Auf diese Weise ist aber keine sinnvolle Arbeit zum Gewaltabbau möglich.
Im Gegensatz zu den punktuellen Interventionen wie Gewalt- oder Konflikttraining versteht sich Friedenserziehung als ein umfassendes pädagogisches Konzept, das keineswegs auf Schule und Jugend beschränkt ist. Vielmehr stellt Friedenserziehung bzw. ihr theoretisches Pendant, die Friedenspädagogik, einen gesamtgesellschaftlichen Anspruch...
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