Gewalt zerbricht an sich selbst.

Titelseite: Gewalt zerbricht an sich selbst.
Ausgabe 2014/01

Inhalt

Kann man Frieden lernen?

Gegen eine »Kultur der Gewalt« kann nur ein umfassendes pädagogisches Konzept helfen.

Von Werner Wintersteiner


  • Prof. Dr. Werner Wintersteiner (Jahrgang 1951) ist Friedenspädagoge und Deutsch­didaktiker. Er hat 2005 das »Zentrum für Friedensforschung und Friedenspäda­gogik« an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt gegründet und leitet es. Foto: Universität Klagenfurt
  • Foto: © oneo | Fotolia.com
  • Foto: Steffen Giersch

Wenn Kinder in der Schule »verhaltensauffällig« werden oder Jugendliche Scheiben einschlagen, Raufhändel anzetteln und sich sonst gewalttätig zeigen, wird schnell nach Maßnahmen zum Gewaltabbau »der Jugend« gerufen. Das ist jedoch ein sehr einseitiges, meist medial verzerrtes Bild. Gewalt wird als Aktivität oder Eigenschaft der Jugend gesehen, die Gewalt, die gegenüber Jugendlichen ausgeübt wird, wird hingegen ausgeblendet. Andere Gewaltformen, die sich zum Beispiel aus Armut oder Ungerechtigkeiten ergeben, oder die massenmediale »Gewalt als Unterhaltung« werden überhaupt nicht registriert. Die verschie­denen Formen der Gewalt werden nicht in ihrem Zusammenhang gesehen. Auf diese Weise ist aber keine sinnvolle Arbeit zum Gewaltabbau möglich.

Im Gegensatz zu den punktuellen Interventionen wie Gewalt- oder Konflikttraining versteht sich Friedenserziehung als ein umfassendes pädagogisches Konzept, das keineswegs auf Schule und Jugend beschränkt ist. Vielmehr stellt Friedenserziehung bzw. ihr theoretisches Pendant, die Friedenspädagogik, einen gesamtgesellschaftlichen Anspruch...

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